So stärkt der FVI sein Förderzentrum
Neue Strukturen, klare Zuständigkeiten und mehr Zusammenarbeit: Wie der FV Illertissen Talente entwickelt – und welche Bausteine hinter dem sportlichen Aufschwung stecken.
Die Neuorganisation des Fußballnachwuchses beim FV Illertissen trägt zunehmend Früchte. Seit März 2024 verantwortet Fabian Hummel als hauptamtlicher Leiter des Nachwuchsförderzentrums den strukturellen Aufbau der Jugendabteilung. Sein Ziel: nachhaltige Konzepte schaffen, organisatorische Abläufe verbessern und Spieler wie Trainer kontinuierlich weiterentwickeln. Dabei arbeitet der FVI eng mit dem Bayerischen Fußballverband zusammen, um Talenten optimale sportliche und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
Zum Leitungsteam gehören Sebastiano Pirrello, der den Grundlagenbereich von der U9 bis zur U13 betreut, sowie seit Kurzem Thomas Neudecker als Leiter des Leistungsbereichs von der U14 bis zur U19.
Der Verein verfolgt bei der Nachwuchsarbeit bewusst einen eigenen Weg
Als Hummel seine Arbeit aufnahm, war die Ausgangslage ausbaufähig. Die Jugendabteilung besaß nur begrenzte Strahlkraft, zudem schafften nur wenige Spieler den Sprung in die Herrenteams. Umso erfreulicher verlief die vergangene Saison. Sämtliche Jugendmannschaften mischten in ihren Spielklassen an der Spitze mit, mehrere Teams holten Meistertitel. Für Hummel stehen diese Erfolge jedoch nicht im Mittelpunkt. „Das ist natürlich toll. Aber viel wichtiger ist, dass die Jungs bei uns eine gute Ausbildung bekommen. In dieser Entwicklung gehört auch dazu, dass man mal verliert“, sagt der Nachwuchsleiter. Nach seiner Einschätzung gehört der FV Illertissen inzwischen strukturell zu den führenden Nachwuchsstandorten unter den Regionalligisten.
Dabei verfolgt der Verein bewusst einen eigenen Weg. Die Ausbildung beginnt erst mit der U9. Jüngere Kinder sollen zunächst in ihren Heimatvereinen spielen. „Wir holen keine Neunjährigen, die erst einmal 30 Kilometer gefahren werden müssen, um ins Training zu kommen. Wir haben auch eine gewisse Verantwortung für die Kinder und deren Familien“, betont Hummel. Statt möglichst früh Talente abzuwerben, setzt der FVI auf eine enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Vereinen.
Bis auf einen haben alle Trainer der Vorsaison auch für 2026/2027 zugesagt
Auch bei den Trainern setzt der Verein auf Kontinuität. Bis auf einen Coach der Vorsaison haben alle Übungsleiter für die Spielzeit 2026/27 zugesagt. Ihre Aus- und Weiterbildung übernimmt künftig Thomas Neudecker. Neun Jahre lang arbeitete er für den Bayerischen Fußballverband, war außerdem neun Jahre beim FC Memmingen und zuletzt zwei Jahre beim SSV Ulm 1846 Fußball tätig. Künftig möchte er monatliche Trainerworkshops anbieten – nicht nur für die eigenen Trainer, sondern auch für Übungsleiter aus der Region. „Ich sehe in Illertissen sehr viel Entwicklungspotenzial und bringe gerne meine Erfahrung ein“, sagt Neudecker.
Fußballschule und Soccer-Camp als neue Angebote beim FV Illertissen
Fast alle Voraussetzungen für die Zertifizierung als BFV-Nachwuchsleistungszentrum erfüllt der FVI bereits. Lediglich das geforderte Stützpunkttraining fehlt bislang. Um die Zusammenarbeit mit den Nachbarvereinen weiter zu stärken, startet der Verein deshalb zusätzliche Angebote. Ab Oktober findet in der Vöhlinhalle eine wöchentliche Fußballschule mit lizenzierten FVI-Trainern als Ergänzung zum Vereinstraining statt. Zudem veranstaltet der Verein vom 2. bis 4. September ein Soccer-Camp für die Jahrgänge 2014 bis 2019, an dem ausdrücklich auch Kinder aus der Region teilnehmen können.
